An de Hött

An de Hött

Johann W. Mießeler

Die Namensgebung „de Hött“ stammt aus dem 19. Jahrhundert von der ehemaligen Eisenhütte.

Die nachweisbare Eisenproduktion begann in Eiserfey im Jahr 1696 mit der Antragstellung zur Errichtung einer Eisenhütte, dem später sogenannten „Altwerk“, am Ortsausgang nach Vussem.      
 

Der ursprünglich beim Altwerk befindlichen Hochofen wurde, an den Eiserfeyer Ortsausgang nach Dreimühlen verlagert. Von daher stammt der Name „de Hött“. 
Es ist sicherlich ungewöhnlich, dass die Schmelze und der Hammer so weit voneinander getrennt waren. Es dürften räumliche Probleme beim Altwerk sowie ein erforderlicher Neubau des Hochofens für diese Maßnahme mit ausschlaggebend gewesen sein.

Einem amtlichen Akt aus dem Jahr 1829 ist zu entnehmen, dass diese Betriebsstätte dem Altwerk anhängt und als Schmelzhütte diente. 

Bisher ist nicht bekannt wann die Verlagerung stattfand.

An de Hött Postkartenauszug von 1898

Die in der Eiserfeyer und den angrenzenden Gemarkungen befindlichen Eisensteinlagerstätten waren den Römern bereits bekannt. Nach einem Zülpicher Weistum soll es bereits um 1250 eine Schmiede oder Eisenhütte im Ort gegeben haben.

 

 

Vom Eisenerz zum Stahl

Ab etwa dem Jahr 1850 setzte der Verfall der Eifeler Eisenindustrie ein, von dem die Eisenhütten in Eiserfey nicht verschont blieben. Dies hatte zur Folge, dass nicht nur die Eisenwerke geschlossen wurden, sondern dass auch deren Betreiber teilweise aus Eiserfey verzogen.      
Nach Schließung der Eisenwerke wurden die Betriebsgebäude diversen anderen Nutzungen zugeführt    

 

Theodor Strunk beantragte am 18.12.1863 eine Konzession zum Umbau des ehem. Eisenhüttenwerkes zu einer Holzschneidemühle.      

 

Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland 6147/2

Bis zu welchem Zeitpunkt die Holzschneidemühle betrieben wurde ist nicht genau bekannt.

Das zur „de Hött“ gehörende langgestreckte Bruchsteingebäude wurde bereits vor dem II. Weltkrieg für Wohnzwecke hergerichtet. Hier heißt es heute in Eiserfey noch immer „en de Hött“.        
Letztlich erwarb das Haus die Familie Cilensek und brachte das Anwesen in den heutigen gepflegten Zustand.        

Bei diesen Arbeiten wurde man auch auf einen Stein neben einer der früheren Eingangstüren aufmerksam. Er trägt die Jahreszahl 1777.  
Vermutlich deutet diese Jahreszahl auf die Verlagerung des Schmelzofens vom Altwerk hierhin.

Quellenangaben
 

An de Hött Postkartenauszug von 1898 , Postkarte im Privatbesitz
Postkartenausschnitt von 1898, „de Hött, Postkarte im Privatbesitz“
Kartenausschnitt, „de Hött“, zwischen den Strassen „ Zur Kakushöhle“ und L 115 (Eiserfey/Dreimühlen), Situationsplan zur Umänderung zur Holzschneidemühle
Situationsplan zur Umänderung zur Holzschneidemühle
Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
Grundauf- und Durchschnittsrisse zum Konzessionsantrag von 1863
Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland 6147/2
Situationsplan zur Umänderung zur Holzschneidemühle
Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
Von den Eisenhütten und deren Besitzern, Albert Velser