Sehenswertes rund um ( in) Eiserfey

Römerkanalsammelbecken

Durch unterirdische steinerne Kanäle und über gewaltige Aquädukte rauschte das klare Quellwasser der Eifel vor zweitausend Jahren hinab in die Rheinebene und versorgte die römische Großstadt Colonia Claudia Ara Agrippinensis (Köln) mit Trinkwasser. Das Kanalsystem der alten Römer im Rheinland ist nicht weniger als ein architektonisches Meisterwerk. Ein bedeutender Teil dieses 130 Kilometer langen Leitungssystems ist in Eiserfey wieder ans Tageslicht gekommen: Das Sammelbecken, in dem die Hauptleitung in das heutige Köln begann.

Das Sammelbecken wurde 1959 bei der Verlegung einer Rohrleitung entdeckt. Das Becken ist kreisrund undFoto:  Waldemar Haberey hat einen Durchmesser von 3,05 m. Seine Sohle lieg bei 320,10 m ü. NN . Die Ringmauer ist 0,52 m stark und besteht aus Grauwackesteinen. Der Boden ist aus Ziegelplatten. Die Innenwand war mit rotem Wasserputz (Opus signinum) ausgekleidet, der größtenteils abgewittert ist. Sandsteinblöcke von halbrundem Querschnitt, von denen noch einige im Beckeninneren lagen, deckten ursprünglich die Mauerkrone.

Von den zwei eingehenden Kanälen und von dem einen abgehenden Kanal ist nur der von Dreimühlen herkommende bis obenhin erhalten: Im Lichten ist die Öffnung 0,54 m breit und 0,54 m hoch. Dieser Zulauf wird von zwei aufrecht stehenden Sandsteinblöcken gebildet, die oben mit einer dicken Sandsteinplatte abgedeckt sind.

Foto: Rudi MießelerDer von den Quellen in Kallmuth und Vollem herkommende Strang hat eine lichte Weite von 0,50 m. Er ist in seinem oberen Verlauf mehrfach angetroffen worden und hatte dort eine Plattenabdeckung. Bei Kanalarbeiten in der Hauserbachstraße kurz vor dem Sammelbecken war der Kanal jedoch mit einem Gewölbe abgedeckt, sodass er hier in dieser Weise rekonstruiert werden konnte.

Nach der Ausgrabung wurde der Befund wieder zugeschüttet, um ihn vor Witterungsschäden zu bewahren.  

Dem Wunsch zahlreicher Eiserfeyer Bürger entsprechend, kam es im Jahre 2005 zu einem Grundstückstausch, bei dem die Stadt Mechernich das Grundstück mit dem Sammelbecken erwarb. Zahlreiche Mitglieder des Vereinskartells Eiserfey haben danach das Sammelbecken freigelegt und mit einem Schutzbau versehen. Somit ist der Originalfund dieses wichtigen Kleinbauwerks aus dem Verlauf des Römerkanals an Ort und Stelle wieder sichtbar und erlebbar gemacht worden.

Das Sammelbecken ist an den 116 km langen, in sieben Etappen unterteilten Römerkanal-Wanderweg von Nettersheim nach Köln angebunden (Station Nr. 11), der dem Trassenverlauf der römischen Eifelwasserleitung folg

Beitrag: Wolfgang Meyer