Junggesellenverein St. Wendelin

Der Junggesellenverein

von Gerd Nöthen

 

Der heutige „Junggesellenverein St. Wendelin Eiserfey“ schaut auf eine 72-jährige Tradition zurück. Im Jahre 1945 gründeten junge Eiserfeyer Männer den „Junggesellenverein Frohsinn Eiserfey“. Hauptaktivitäten waren das gesellige Beisammensein sowie das gemeinsame Auftreten bei Veranstaltungen. Um sich besser darstellen zu können, wurde eine Vereinsfahne angeschafft. Diese wurde zudem für das traditionelle Fahnenschwenken bei Festumzügen verwendet. Für diesen Zweck musste die Fahne einen besonders schweren Griff haben. Dieser wiegt mit ca. 1,3kg so viel wie der obere Teil der Fahne. Die Eiserfeyer Junggesellen beherrschten das Fahnenschwenken vorzüglich.

 

Gegen Anfang der siebziger Jahre löste sich der Verein jedoch auf. Die Vereinsfahne ging verschollen, wurde aber durch glückliche Umstände im Sommer 2016 gut erhalten wiedergefunden.

 


 

 

 

 

Abbildung 1: Vereinsfahne „Junggesellenverein Frohsinn Eiserfey“

 

In den darauffolgenden Jahren pflegten die jungen Männer des Dorfes die alten Aktivitäten wie das Aufstellen des Dorf-Maibaums in der Nacht zum 1.Mai. Zur Dorfkirmes wurde das traditionelle „Hahneköppe“ durchgeführt, in der am Ende ein Hahnenkönigspaar ermittelt wurde. Das Hahnenkönigspaar wurde anschließend mit einem Festumzug durchs Dorf geführt sowie bei der anschließenden Tanzveranstaltung besonders geehrt. Um diese Aktivitäten innerhalb der Dorfkirmes vernünftig organisieren zu können, fassten die jungen Männer sich zu einer Hahnengesellschaft zusammen. Zur Besprechung von anstehenden Aktivitäten traf man sich meist in den örtlichen Gaststätten. Einladungen zu diesen Besprechungen wurden mittels handgemalter Plakate kommuniziert.

 

 

Abbildung 2: Plakat „Einladung Hahnengesellschaft 1986“

 


 

Abbildung 3: Plakat „Einladung zur Neugründung des Junggesellenvereins 1987“

 

Da den Mitgliedern der Hahnengesellschaft bekannt war, dass bereits in früherer Zeit einmal ein Junggesellenverein existierte, wurde überlegt, ob man eine Neugründung wagen sollte.

Am 24. April 1987 um 20:00 Uhr fanden sich schließlich 20 junge Männer in der Gaststätte „Em Stöffje“ zusammen, um einen neuen Verein zu gründen.

 

Zum ersten Vorstand gewählt wurden: Dirk Frings (Präsident), Gerd Nöthen (1. Schriftführer), Ralf Hochgürtel (2. Schriftführer), Heinz Heimersheim (1. Kassierer) in Abwesenheit, Udo Hochgürtel (2. Kassierer).

 

In der ersten Vorstandversammlung am 10. Juni 1987 wurde die Satzung vorbereitet und in der späteren Mitgliederversammlung verabschiedet. Erster Punkt war hier, das Eiserfeyer Brauchtum und die Gemeinschaft der Jugendlichen zu pflegen. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 1,- DM pro Monat festgelegt. Unter Punkt 6 war das Ende der Mitgliedschaft definiert. So hieß es: „Die Mitgliedschaft endet durch Härtefälle wie Heirat oder Tod sowie durch Ausschluss…“. Der Verein sollte nicht ins Vereinsregister eingetragen werden.

 

 

 

Abbildung 4: Auszug Protokoll der Gründungsversammlung „Junggesellenverein Eiserfey“ 1987

 

 

Der Vereinsname wurde schließlich während der Mitgliederversammlung am 25. Juni 1987 festgelegt (zwischenzeitlich waren Kurt Junker, Theo Strunk, Ralf van Bonn, Sacha Mießeler und Wolfgang Esser dem Verein beigetreten). Im Sitzungsprotokoll Nr. 2 ist festgehalten: „ Nach kurzer Absprache wurde einstimmig beschlossen, den JGV auf den Namen „Junggesellenverein St. Wendelin Eiserfey“ zu taufen“.

 

Bis heute sind die Hauptaktivitäten des Vereins die Brauchtumspflege wie u.a. die Durchführung der Feier zum 1.Mai, das „Hahneköppe“ zur Dorfkirmes, die Mithilfe bei örtlichen Veranstaltungen und die Unterstützung des Bürgervereins bei anfallenden Arbeiten. Der Verein hat aktuell 15 Mitglieder.

 

   

Abbildung 5: Plakat „Einladung Maifest 1990“

  

Quellen:

- Dorfchronik zur 1125 Jahrfeier

- Auszüge der Niederschriften des Vereins

- Überlieferungen der Mitglieder

- Fotos und handgemalte Plakate: Gerd Nöthen