Tambourcorps Feytal Eiserfey 1929 e. V.

Das Tambourcorps Feytal Eiserfey wurde 1929 von 13 musikbegeisterten Männern, im Lokal von Anne Naßhäuer, gegründet. Der Verein ist Mitglied im Kreisverband der Spielmannszüge des Kreises Euskirchen.

Vorgänger waren Trommler und Pfeifer aus dem Turnverein sowie Spielleute aus dem Kriegerverein, die erheblichen Anteil an der Vereinsgründung hatten.

Tambourwettstreit in Embken

Bei ihrem ersten Auftritt war das neue Corps mit weißen Hosen, blauen Jacken mit blau weißen Schwalbennestern und blauen Mützen uniformiert. Später wurde die traditionelle Marineuniform über den Marineverein Mechernich bezogen.

Bereits im Jahre 1931, auf dem Tambourwettstreit in Pesch, errang unser Corps die erste Meisterschaft.

Erster Tambourmajor war Johann Schröder, der 1930 durch Theo Greuel abgelöst wurde. Dieses Amt übte er bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges aus.

Dabei brachte der Krieg eine Unterbrechung ins Corpsleben.

Jedoch war die Liebe zum Tambourcorps ungebrochen und man konnte 1948 den Spielbetrieb neu formiert wieder aufnehmen.

Heinrich Gentgen wurde der 3. Tambourmajor. Der "Boss", wie er von seinen Spielmännern genannt wurde, führte nicht minder gut Regie wie seine Vorgänger. Viele große Erfolge wurden in den nachfolgenden Jahren auf Wettstreiten im Kreis Schleiden, aber darüber hinaus auch in Nachbarkreisen gefeiert.

Ende der fünfziger Jahre kam es zu einer Wende.

Berufliche Veränderungen von einzelnen Spielleuten, hatten zur Folge, dass sich der Spielbetrieb nur noch auf dörfliche Veranstaltungen beschränkte. Somit wurden in den Jahren von 1959 bis 1964 keine Tambourfeste mehr besucht.

In der Zwischenzeit hatte Ernst Höschler den Vorsitz des Vereins übernommen. Nachdem die Werbetrommel kräftig gerührt wurde konnten einige junge Burschen zur aktiven Mitgliedschaft gewonnen werden.

1965 konnte mit einem neuformierten Corps, nach einjähriger intensiver Ausbildung durch die übriggebliebenen Aktiven, wieder ein Tambourwettstreit in Oberhausen besucht werden.

Vorbildliche Disziplin und musikalisches Können führte unser Corps in den nachfolgenden Jahren zu einer weiteren Blütezeit.

Diesem Umstand war es ebenfalls zu verdanken, dass nach erfolgter Ausbildung, 25 Jugendliche unter der Leitung von Heinz Peter Höschler, als Jugendcorps ihren ersten öffentlichen Auftritt hatten.

Nach erfolgreichen 27 Jahren übergab Heinrich Gentgen seinen Tambourstab in die jüngeren Hände von Johann Mießeler. „ Hannes" wie es sich für einen Kueshannes gehört,  trat 1975, als vierter Tambourmajor seine Nachfolge an.

Heinz Kehmeier stiftete im Jahr 1983, zu dieser Zeit Bürgermeister der Stadt Mechernich, einen prächtigen Pokal, der unter den Tambourcorps im Stadtgebiet ausgespielt wurde. Überglücklich konnten wir den Pokal mit nach Hause nehmen.

In Verbindung mit dem 60jährigen Bestehen unseres Vereins wurde 1989 das Kreistambourfest der Spielmannszüge des Kreises Euskirchen in Eiserfey durchgeführt. Über 30 Gastvereine konnten an den Festtagen begrüßt werden und führten zu einem unvergesslichen Ereignis in der erlebnisreichen Vereinsgeschichte.

 

Eine bleibende Erinnerung werden zudem die drei Besuche in die französische Partnerstadt Nyons, in der schönen Provence sein, die in den Jahren 1993, 1997 sowie im Jahr 2005 erfolgten.

Höhepunkte waren neben der Besichtigung von südfranzösischen Sehenswürdigkeiten, die Auftritte an den Ostertagen, im Blumencorso durch Nyons.

Über die Jahre haben sich viele langjährige Freundschaften gebildet und die Liebe zum Rotwein wurde entdeckt. Jedenfalls war der Bus der Vereinsmitglieder,  auf der Rückfahrt, mit Kanistern und Flaschen voll beladen.

In fast 90 Jahren Vereinsarbeit waren mehrere Generationen am Vereinsgeschehen beteiligt. Viele ältere Jahrgänge sind abgetreten und haben jüngeren Platz gemacht. Alle haben mitgeholfen Ziele zu entwickeln, das Bestehende zu fördern und Traditionen zu erhalten.

Mehr als vier Jahrzehnte konnten die aktiven Vereinsmitglieder, mit ihrem Vorsitzenden Franz Harperscheidt und ihrem Tambourmajor und Vorstandsmitglied Johann Mießeler, viele spielerische Erfolge feiern und zum positiven Leben im Dorf ihren Beitrag leisten.

Leider musste unser Corps auf Grund von Nachwuchsmangel den aktiven Spielbetrieb im Jahre 2010 einstellen.

Geblieben sind nicht nur viele schöne Erinnerungen an erfolgreiche Auftritte, sondern auch immer noch bestehende Freundschaften und kameradschaftliche Verbundenheit zu befreundeten Vereinen.

Ob eine Wiederbelebung des Spielbetriebes in der Zukunft gelingt, ist mehr als wünschenswert, aber in der heutigen Zeit sehr unwahrscheinlich.

Johann W. Mießeler